Kirchliches Fest mit weltlichen Hindernissen
Feuermacherlaubnis und zu wenig Gemeinderäte - Pfadfinder mussten mit Komplikationen kämpfen
Hirschberg-Leutershausen. (cat) Wer am Sonntag am St. Georgs-Pfadfinderheim vorbeiging, der konnte gar nicht anders, als einen Blick hinter das Haus auf der Wiese zu werfen. Schon von der Straße aus war das ausgelassene Toben der Kinder zu hören und der verlockende Duft nach gebratenen Würstchen um die Mittagszeit tat sein Übriges.
Auch in diesem Jahr hatten die Mitglieder des Stammes die Wiese hinter dem Pfadfinderheim zu einem riesigen Erlebnisspielplatz für alle Altersklassen gemacht. Das Georgsfest, das der Stamm einmal im Jahr zu Ehren seines Schutzpatrons ausrichtet, steht jedes Mal unter einem anderen Motto. Am Sonntag hieß es: "Gemeinsam sind wir stark - Die Welt zu Gast bei uns".
Und um dieses Motto mit Leben zu füllen, hatten sich alle Altersstufen Aktionen ausgedacht, bei denen Zusammenhalt gefordert ist. Die "Wölflinge" - sieben bis zehn Jahre - warteten mit einem Geschicklichkeitsparcours auf, den man nur zu zweit meistern konnte. Die zehn bis 13-jährigen "Jufis" traten gegeneinander im Airhockey an, und die "Pfadis" (13 - 17 Jahre) veranstalteten ein Turnier im Torwandschießen. Bei den "Großen", den 17 bis 20-jährigen "Rovern", durften sich die Kinder schließlich so richtig ineinander verknoten, denn das fordern die Regeln beim "Riesen-Twister-Spiel". Eine der großen Attraktionen auf der Wiese war darüber hinaus das selbstgebaute Holz-Riesenrad. Bei aller Gemütlichkeit und ausgelassenem Toben waren aus der Sicht von Markus Döhner, dem Vorsitzenden des Stammes, bei der diesjährigen Vorbereitung einige "ärgerliche Schwierigkeiten" aufgetreten.
So stand zum einen bis zum Mittag das geplante Fußballturnier zwischen Gemeinderäten und Pfadfindern noch auf wackeligen Beinen - die Räte hatten nicht genügend Mitstreiter aus den eigenen Reihen aufgetrieben. Zum anderen hatte die Gemeinde dem Vorbereitungsteam so manche "Steine in den Weg gelegt", so Döhner. Beispielsweise die Tatsache, dass für ein Pfadfinderfest eine Erlaubnis zum Feuermachen eingeholt werden muss, fand Döhner wenig nachvollziehbar.
Insgesamt sei es während der Vorbereitungen immer wieder zu Komplikationen in der Zusammenarbeit mit der Gemeinde gekommen, die Döhner im Namen des Organisationsteams gegenüber der RNZ als "nicht gerade motivierend" bezeichnete. Und zu allem Überfluss kamen sich der Pfadfinderstamm und die Kirche noch in die Quere. Denn eigentlich war nur ein Gottesdienst geplant und der sollte wie jedes Jahr am Pfadfinderheim stattfinden. Stattdessen fand zunächst ein Gottesdienst in der Kirche und danach ein weiterer auf der Pfadfinderwiese statt.
Den Gästen und Kindern war von alldem nichts anzumerken und selbst der immer wiederkehrende Regen konnte der guten Stimmung nichts anhaben.