Pfadis sorgen für Lagerromantik

Leutershausen.(hr) Zelte, Seilbahn, ein zehn Meter hoher Bannermast, verschiedene Spielstationen und ein Riesenrad - auf der Wiese hinter dem Jugendheim der Pfadfinder erinnerte gestern alles an ein großes, gemütliches Lager. Die Pfadfinder aus Leutershausen sorgten aber nicht nur für Lagerromantik, sie gewährten den zahlreichen Besuchern auch einen Einblick in die Historie der weltweiten Bewegung, die seit 100 Jahren besteht.
Zum Auftakt des Georgsfestes, welches unter dem Motto "Happy Birthday - Wir feiern 100 Jahre Pfadfinder" stand, hielt Pfarrer Gerhard Schrimpf einen Gottesdienst auf der Wiese ab.

Er lobte unter anderem das Engagement der Pfadis, nicht nur bei der Sternsinger-Aktion, sondern auch beim Palmstrauß-Verkauf. "Ich bin daher froh, dass es die Pfadfinder gibt", freute er sich. In Form eines Interviews zwischen Gaby Mihlan-Penk und Stefan Thory, ehemaliger Pfadfindervorstand, wurde das Leben des Gründers Lord Robert Baden-Powell vorgestellt. "Die Welt ein wenig besser zu verlassen, als man sie vorgefunden hat" oder "Jeden Tag eine gute Tat" sind die Leitsprüche der Pfadis. Jugendliche sollen demnach dazu ermutigt werden, selbständige Menschen zu werden, so das erklärte Ziel. Das erste Pfadfinderlager auf der Insel Brownsea Island (Großbritannien) am 1. August 1907 gilt als Geburtsstunde dieser Bewegung, deren Schutzpatron der heilige Georg ist. Mit den Attraktionen und den vielen Köstlichkeiten aus der Küche landete das mehrköpfige Organisationsteam übrigens einen Glücksgriff. Denn zur Mittagszeit herrschte dichtes Gedränge auf dem Gelände, worüber sich Tobias Barg, Vorstand und Mitglied des Vorbereitungsteams, sehr freute. Vor allem die Jugendlichen hatten sich für dieses Fest mächtig ins Zeug gelegt. Die älteste Gruppe, die Rover (17 bis 20 Jahre), nahmen sich die Geschichte der Bewegung vor. Hierzu stellten sie eine Infowand mit den wichtigsten Stationen der Pfadfinder auf. Die Wölflinge (7 bis 10 Jahre) und die Jufis (11 bis 14) organisierten passend zum Jubiläum die typischen Geburtstagsspiele wie Apfeltauchen, Dosenwerfen, Topfschlagen, Kegeln oder einen Geschmackstest. Die Pfadis (14 bis 17) boten süße Leckereien wie Popcorn oder Zuckerwatte an. Einen Luftballonwettbewerb gab es ebenfalls. Seit zehn Jahren stellten die Pfadfinder bei ihrem Fest keine Seilbahn mehr auf. Jetzt ließen sie sogar ein Betonfundament gießen. Die Gäste dankten es und freuten sich, wenn sie den Hügel "hinunter brettern" konnten. Auch das hölzerne Riesenrad kam gut an; kurz nach dem Aufbau "eroberten" die Kleinen ihr großes Spielzeug.

Auch die Eine-Welt-Gruppe war mit einem Stand vertreten und der Förderverein der Pfadfinder informierte über seine Arbeit.