Pfadi-Wochenende im Bezirk Mannheim-Bergstraße – die armen Schweine!
Am Freitag den 07.10.2011 zogen sechs der Pfadis
aus Leutershausen mit zwei ihrer Leiter los, um auf dem Zeltplatz der Bürstadter
Pfadfinder andere gleichaltrige Pfadis aus ihrem Bezirk besser kennenzulernen.
Die Reise begann um 17.00Uhr am Bahnhof in Weinheim und schon als in Hemsbach
die ersten Pfadis in den Zug mit einstigen, konnten erste Kontakte geknüpft
werden.
Nach einem kurzen – aufgrund von Unsicherheiten beim Finden des richtigen
Pfades etwas längeren – Fußmarsch vom Bahnhof in Bürstadt
zum Zeltplatz, wurden erst mal die notwendigen Schlaf- und Aufenthaltszelte
errichtet.
Und schon als außer einem Jugendlichen niemand genau sagen konnte wie
eine Jurte aufgebaut wird oder falsch zusammengesteckte Zeltstangen unter einem
extrem schweren Überzelt getauscht werden mussten, konnten Bekanntschaften
gemacht und erste Erfolgserlebnisse gemeinsam gefeiert werden.
Von den Aufbauarbeiten geschafft freuten sich dann alle 50 Pfadis und Leiter
auf den schier unerschöpflichen Vorrat an Spaghetti Bolognese.
Obwohl es mittlerweile sehr spät geworden war, blieb die Zeit, kurze Vorstellungsrunden
zu machen, sich auf wichtige Lagerregeln für ein gutes Zusammensein zu
einigen, das Geschirr wieder zu spülen und schließlich den Abend
nach einer gemeinsamen Abendrunde am Lagerfeuer langsam zu beenden.
Auch wenn die Temperaturen – zumindest in der Nacht – deutlich besser
hätten sein können, waren wir alle froh, dass uns der Regen weitgehend
verschonte. Zumindest diejenigen von uns, die in einem Zelt mit Dach schliefen.
Doch auch für solche Probleme haben die Pfadfinder spontane Lösungen
parat, so dass uns das bisschen Regen tatsächlich nicht weiter störte.
Der Samstag begann klassisch mit einer gemeinsamen Morgenrunde, bei der die
Pfadis sich in kürzester Zeit vom „Was machst du da?-Wölfling“
über den „Ich hab keinen Bock – Jufi“, den „Ihr
seid so albern-Pfadi“ und den „Erstma chillen – Rover“
zum Pfadfinderleiter entwickelten, der einfach nur da stand und hoffte, dass
es bald ruhig sein würde. Das war es dann auch, denn dann gab es Frühstück!
Das Programm an diesem Tag bestand aus mehreren Disziplinen, die als Teile der
Olympischen Spiele gemeistert werden mussten.
In Stämmen gemischt mussten sich zunächst die Gruppen mit Hilfe verschiedener
Tierlaute zusammenfinden. So traten an diesem Tag die Hunde gegen die Katzen,
Löwen, Schweine, Schafe und Hühner an.
Schon nach den ersten Disziplinen, dem Karten-Aufdecken, Papierflieger-Weitflug
und dem Nutella-Apfel-Wettessen wurde eines ganz deutlich: „Die armen
Schweine!“
Zwar konnten die Schweine ein paar Punkte wieder gut machen als es darum ging
im Ort Menschen zu finden, die sich in Kluft fotografieren lassen, doch auch
das reichte nicht, um die Konkurrenz hinter sich zu lassen.
So gingen die Hunde nach dem Wassertransport-Spiel, der unumstrittenen „Wer
hat den Höchsten“-Disziplin, einem „Ich saug die Karte einfach
zu mir rüber“, einer legendären Kleiderkette – gut dass
es BHs gibt! – und einem „sieben Leute auf fünf Beinen“-Wettlauf
als knappe Sieger aus den Olympischen Spielen hervor.
Nach einem üppigen Burger-Abendmahl wurde dieser Sieg – und die vielen
kleinen Siege des Tages – am Lagerfeuer gefeiert.
Unterhaltung bot unter anderem das „Wetten, dass...-Format“, bei
dem vor allem die Assistentin die Lacher auf ihrer Seite hatte, als sie anmutig
und motorisch geschickt zwei Hamburger für die bevorstehende Wette auf
die Bühne brachte.
Ein Sänger-Wettstreit und ein Prominenten-Pantomime sorgten für weitere
Unterhaltung. Als faszinierenden Abschluss des Festprogramms luden die Hunde
ein zu „Schlag den Hund“. Es galt den auserwählten Hund beim
„Wer zuerst blinzelt hat verloren“ zu schlagen. Nach gefühlten
10 Minuten und ersten Tränen im Auge des Herausforderers war auch klar,
warum die Hunde sich für diese Disziplin entschieden hatten: einer ihrer
Teamkollegen war ganz offensichtlich nicht von diesem Planeten!
Es folgten die Siegerehrung – für die die Pfadis aus Leutershausen
mit viel Kreativität und Liebe die Pokalte gebastelt hatten – gemeinsames
Stockbrot grillen am Lagerfeuer, eine durch Regen unterbrochene Abendrunde,
lustiges „ich wohn jetzt mal in deinem Schlafsack“, sowie viel Gequatsche,
Drachen töten und Gesang am Lagerfeuer, das bis morgens um 5.00Uhr brannte.
Nach einer kurzen und kühlen Nacht starteten wir den Tag wie gewohnt mit
einer gemeinsamen Morgenrunde, stärkten uns beim Frühstück, bauten
gemeinsam ab und räumten wieder auf, verteilten die übrig gebliebenen
Lebensmittel bei einer weiteren Runde „Ich töte meinen Drachen mit...“
und machten uns wieder auf den Weg nach Hause.
Reichlich beschenkt mit vielen neuen Erfahrungen, Telefonnummern und Lebensmitteln
verabschiedeten wir die Bergsträßer Pfadfinder nach und nach im Zug
und beendeten unser Lager schließlich wieder in Weinheim.
Und auch wenn es sehr schön war zu sehen, wie die jugendlichen Pfadfinder
sich auf das Wagnis einließen, eine Rolle in einer noch unbekannten Gruppe
zu spielen, muss man festhalten: Schwein zu haben, ist nicht immer von Vorteil!