- Ein Jahr
Stammeslager auf Peters Hof -
Leutershausener
Pfadfinder gehen aufs Stammeslager
Dienstagmittag
13:30 Uhr: Knapp 50 Pfadfinder warten gespannt vor ihrem Jugendheim darauf,
dass das Stammeslager losgeht. Bunt gemischt aus allen Altersstufen setzen sich
wie immer die Teilnehmer des Stammeslagers zusammen.
Dieses Mal sind sie unter dem Motto „Ein Jahr Stammeslager auf Peters
Hof“ unterwegs nach Erbuch auf den Petershof. Dort wollen die Stufen in
von ihnen vorbereiteten Spielen die Jahreszeiten erleben. Doch zunächst
musste Haus und Umgebung erkundet werden. In einem Kennenlernspiel kamen die
Spielgruppen das erste Mal mit den Jahreszeiten in Kontakt. Lieder aus den einzelnen
Jahreszeiten wollten gesungen, Frühlingszoombilder entschlüsselt,
eine Tonne fürs Sommerlager gepackt und Krippenfiguren gebastelt werden
und noch vieles mehr.
Dann endlich konnten die Zimmer des leicht verwinkelten Petershofs bezogen werden.
Jetzt galt es noch schnell gemeinsame Lagerregeln zu finden, Vertreter der einzelnen
Stufen für den Lagerrat zu wählen und sich schon mal ein paar Gedanken
zu machen. Denn wer ist eigentlich Peter? Dieser Frage wurde im Laufe der Woche
durch immer wieder neu erarbeitete Tipps nachgegangen. Nun konnten sich alle
zum herbstlichen Abendessen mit Kartoffelsuppe und Würstchen, sowie Saltat
und Obstsalat zusammenfinden. Am Abend gab es noch gemütliches Erzählen
und Gesang zur Gitarre und auch eine Abendrunde durfte nicht fehlen, um diesen
Tag zu beschließen.
Den nächsten Tag hatten die Rover, die älteste Stufe, fest im Griff.
Den Winter läuteten sie bereits in ihrer Morgenrunde ein. Zunächst
gab es ein bisschen Skigymnastik und beim anschließenden pantomimischen
Vorstellen einiger Sportarten wurde es allen schnell klar: heute würde
eine Winterolympiade stattfinden. Beim Frühstück konnten noch schnell
die Energiereserven aufgefüllt werden und schon machten sich die einzelnen
Nationen daran, ihre Hymnen zu dichten und Flaggen zu malen. Nach der feierlichen
Entzündung des olympischen Feuers wurden diese dann in der Eröffnungsfeier
vorgestellt. Pfadfindern, Unterhosien, Creaffie, We are Pfadfinder, Takkatukkaland,
StarScouts, Entenhausen und Sternreich stellten sich anschließend in den
etwas anderen Disziplinen Butterkekshausbauen, Schneemann aus Naturmaterialien
bauen, Extreme-Christmas-Present-Suching und Weihnachtsbaum-Schmücking
um den Sieger zu küren. Nachdem die Sieger ihre Medaillen um den Hals hängen
hatten erlosch das olympische Feuer aber nicht die gute Laune. Beim winterlichen
Abendessen mit Kässpätzle und Bratapfel wurde es schon richtig gemütlich.
Diese besinnliche Stimmung konnte gut in die Abendrunde transportiert werden,
die von den Rovern mit Kerzenlicht, Gesang, Chai und einer Weihnachtsgeschichte
gestaltet wurde.
Am nächsten Morgen waren dann die Kleinsten, die Wölflinge an der
Reihe. In ihrem Herbst machten wir uns alle auf eine Schatzsuche. Zunächst
aber konnte man sich bei der Morgenrunde und einer Runde Herbst-Fetz noch mal
so richtig aufwärmen. Bei verschiedenen Stationen wie Blätter zuordnen,
in einem Laubhaufen blind Dinge ertasten, Herbstkreuzworträtsel lösen,
Blättertransprot mit Strohhalm und Walnussschalen stapeln konnte man sich
Buchstaben erarbeiten. Diese rasch zum Lösungswort zusammengesetzt erhielt
jede Gruppe vom Schatzmeister einen Teil der Schatzkarte, die uns alle gemeinsam
zum Goldschatz führte.
Schlag auf Schlag ging es dann nach dem Mittagessen mit den Jufis in den Frühling.
Hier galt es wieder in Teams auf Eiersuche zu gehen. Bei Pantomime, Dosenwerfen,
Schneemann bauen und Abendrundenpunkt gestalten häuften alle vier Gruppen
die Eier an. Bei Lauchhackfleischsuppe konnten sich alle noch mal stärken
bevor es sich in der Abendrunde dann zeigte, was man so alles aus den Begriffen
Tulpe, Almauftrieb, Ostern, Lamm und Frühling machen kann: Hangman, zwei
Theaterstücke und ein Gedicht. Zusätzlich wurden in der Abendrunde
die Schneemänner verbrannt. Schließlich war der Frühling jetzt
ja auch schon wieder zu Ende.
Der Sommer ging am nächsten Tag früh los. Die Pfadis machten sich
im Strandoutfit auf zum Wecken. Mit dieser guten Laune aus dem Bett befördert
begrüßten wir in der Morgenrunde Körper und Bäume um dann
in einem groß angelegten Stationenspiel sommerliche Aufgaben zu bewältigen.
Man musste schwimmen, Floße bauen, Eis schmelzen, Brücken bauen und
Eingeborenenorte stürmen, Kleiderketten bilden, durch Mienenfelder gelangen,
Schattenrisse erkennen, Bilder malen und noch vieles mehr. Zwischendrin gab
es immer wieder kleine Motivationsschübe in Form von Eis. Vor der besinnlichen
Abendrunde ging es dann noch zum Abendessen mit Maultaschen und Salat.
Nachdem wir jetzt schon ein ganzes Jahr in nur 3 Tagen erlebt hatten, stand
der Samstag ganz im Zeichen des Stammes. Zunächst wurde wieder in kleineren
Gruppen das Fest für den Abend vorbereitet, Feuerholz gesammelt und die
Zeit mit den anderen genossen. Am Mittag gab es dann das erste Highlight. Die
diesjährige Übergabe, der Wechsel der Ältesten einer Stufe in
die nächst höhere Stufe, fand dieses Jahr auf dem Stammeslager statt.
Bei unterschiedlichen Aufgaben konnte jede Stufe einen Teil von Baden-Powells
Abschiedsbrief erhalten. Die Wölflinge mussten zusammenarbeiten, um alle
zusammen ein Tuch umzudrehen, auf dem sie standen, die Jufis entdeckten die
Natur an Spürpfaden, die Pfadis mussten mit wenig Material auskommen um
ein Kastenfeuer zu bauen und die Rover mussten etwas für andere tun und
begeisterten mit ihrem Improvisationstheater die Zuschauer. Nach der eigentlichen
Übergabe blieb dann noch ein wenig Zeit bis zum Festmahl. Und wieder konnte
uns das Kochteam überzeugen. Mit Hamburgern und Schokopudding hatten sie
ganz unseren Geschmack getroffen. Der Festabend wurde dann noch lang, aber bei
Kartenrutschspiel, Stratego im nachtdunklen Wald, Flüsterpost, Gameshow
und Stockbrot sicher nicht langweilig.
Am Sonntag früh versammelten wir uns zum Gottesdienst. Unser Fest mit Gott
wurde mit viel Gesang, der neuen Stammeskerze, Geschichten und Gedanken zum
Umbruch in den Stufen nach der Übergabe gestaltet. Die schöne ruhige
Stimmung konnte jeder mitnehmen als es dann leider schon wieder hieß:
Putzen, Reflexion und Aufbruch nach Hause.
Wieder ist ein Stammeslager vorbei und jeder nimmt bestimmt so einige schöne
Erinnerungen mit. Aber eines ist jetzt wohl wirklich allen klar: Pfadfinder
ist unser Weg!