Wölflinge als Jäger und Sammler unterwegs
Mit der Spatschluchthütte in Schriesheim
als Ziel marschierten wir los. Unsere Truppe bestand aus 20 Wölflingen
und 2 Leitern aus Leutershausen, die, wie wir schnell feststellen mussten, leider
den direkten Weg zum 1. Kehrrang nicht kannten.
Nach 1 ½ Stunden erreichten wir endlich die Saatschule, wo wir uns erstmal
mit Keksen und Äpfeln stärkten, um die zweite Hälfte des Weges
anzugehen. Erst nach Einbruch der Dunkelheit sahen wir die Lichter unserer Behausung
durch die Bäume schimmern. Dort angekommen wartete Seppl bereits mit einem
warmen Tee.
Solange die Kinder versuchten, ihre Betten zu beziehen, bereiteten die Leiter
das Steinzeitmahl vor. Mit bloßen Fingern quasi ohne Besteck, versuchten
die Kinder Knödel, köstlichen Feldsalat und Geflügelstücke
zu essen. Und da es in der Steinzeit keine Teller gab, aßen wir selbstverständlich
von Baumstammscheiben. Dies war übrigens die letzte Mahlzeit, die die Wölflinge
nicht wie ihre Vorfahren im Wald suchen bzw. erlegen mussten. Nach dem Essen
schrumpfte unsere Gruppe leider um 2 Wölflinge.
Die restlichen Kinder fühlten sich nach dem „langen Marsch“
physisch nicht mehr in der Lage, eine Nachtwanderung zu überstehen. Nach
vielen gescheiterten Überredungsversuchen machten sich die Kleinen auf
den Weg ins Bett. Viele schienen dieses aber bis morgens um 5 nicht gefunden
zu haben.
Der Samstagmorgen startete mit einer Runde Frühsport. Danach mussten die
hungrigen Wölflinge die Zutaten fürs Frühstück im Wald suchen.
Sowohl Kinder als auch Leiter freuten sich über den Besuch von Frank, der
den ganzen Tag nicht nur für musikalische Unterhaltung sorgte.
Nach der ungewohnten Kombination aus Körnermüsli und Obst ging es
in die Spatschlucht. Dort galt es, Höhlenmalereien zu entziffern. Nach
einem Übersetzungsmarathon wussten die Kinder, was sie am Vormittag zu
tun hatten: Jagen, Sammeln und für die Gruppe sorgen.
In Kleingruppen zogen sie zu den verschiedenen Stationen im Wald und übten
Speerwerfen, Naturkunde und studierten ein Theaterstück für abends
ein.
Das Mittagessen musste wieder im Wald gesammelt werden. Neben einem 3 kg Brot
stießen die Wölflinge auch noch auf einen Wurst- und Käsebaum.
Gut gestärkt starteten wir in die Steinzeit-workshops: Ob beim Pfeil und
Bogen bauen, Feuer machen, Steinzeitkette basteln oder beim Damm bauen, alle
waren mit Feuereifer dabei.
Genauso eifrig wurden die Vorbereitungen für den Abend getroffen: Holz
holen, Teig machen und natürlich Stockbrotstöcke schnitzen. Leider
war das Feuer den Kindern zu kalt, und so gab es schließlich Würstchen
aus der Pfanne. Mit letzten Kräften aber viel Humor präsentierten
die Kinder ihre selbst entworfenen Theaterstücke. Danach durften sie endlich
ins Bett, worüber sie sehr froh waren. Sie ahnten ja nicht, was noch passieren
sollte… Nach nur einer Stunde wurden sie unsanft aus ihren Träumen
gerissen. Alle? Nein. Nicht alle. Ein paar wenige schafften es, den Überfall
komplett zu verschlafen. Sogar Paul, der kurzzeitig entführt wurde. Als
Lösegeld forderten die Entführer eine Unsumme an Süßigkeiten.
Nachdem Paul zurück und die Entführer verschwunden waren, verlief
die restliche Nacht ohne weitere Zwischenfälle.
Der Sonntagmorgen startete mit der üblichen Nahrungssuche. Das Frühstück
war dieses mal sehr ausgiebig und die Vorkommnisse der letzten Nacht wurden
heftig diskutiert.
Weil der Weg zur Kirche zu weit war, feierten wir unseren eigenen kleinen Gottesdienst
mit der Geschichte vom kleinen Mammut und vielen schönen Liedern. Danach
sollten wir die Hütte in einen ordentlichen Zustand bringen. Mit vereinten
Kräften machten wir uns ans Werk und hatten uns anschließend unser
Mittagessen redlich verdient.
Bei strahlendem Sonnenschein traten wir den Heimweg an und kamen mit nur 1 ½
Stunden Verspätung in Leutershausen an. Dies lag unter anderem daran, dass
die Hälfte der Gruppe der weiblichen Intuition folgte.
Wir können auf ein schönes Steinzeitlager zurück blicken, bei
dem wir alle viel Spaß hatten. Außerdem hoffen wir, dass dieses
Wochenende dazu beigetragen hat, dass die Kinder sich nun mit Namen ansprechen
können.