Die Frankfurter Erklärung der Pfadfinderstufe*

 

Pfadfinder sein ist eine Lebenseinstellung -
durch Pfadfinder-Sein prägen wir unser Leben.

 

Freundschaft ist für uns und jeden von großer Bedeutung. Wir wollen neue Bekannt-schaften schließen und unsere Freundschaften festigen. Ehrlichkeit ermöglicht dies. Durch die Pfadfinder lernen wir neue Menschen kennen und schließen internationale Kontakte. Ein freundschaftliches Verhältnis zwischen Leitern und Pfadfindern ist uns auch wichtig.

Gemeinschaft und Zusammengehörigkeitsgefühl heißt Rückhalt haben und geben. In je-der Situation wollen wir zusammenhalten und einander vertrauen. Durch die Gemeinschaft im Trupp erhalten wir eine gute Atmosphäre. Gemeinsam mit vielen Pfadis können wir etwas bewegen, um unsere Ziele zu verwirklichen. Dazu brauchen wir keinen Erfolgs- und Gruppenzwang. Wir wollen auch Dinge wagen, die unsicher sind.

Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo die Freiheit des anderen eingeschränkt wird! Wir wollen Selbstständigkeit und mehr Unabhängigkeit von den Eltern erleben. In unserem Trupp können wir viel ausprobieren, was Einzelnen nicht möglich ist.

Verantwortung übernehmen wir für uns und unsere Mitmenschen bei den Pfadfindern. Indem wir bei Themen, die uns betreffen, mitentscheiden, fördern wir unser Verantwortungsgefühl.

Aktionen – wir wollen zusammen viel unternehmen: Zeltlager und Hikes, bei denen wir die Natur kennen lernen und erleben. Bei Großveranstaltungen und Planungs- und Entwicklungstreffen treten wir für unsere Interessen aktiv ein. So gestalten wir unsere Zeit sinnvoll und sammeln wertvolle Erfahrungen.

Toleranz ist die Basis einer funktionierenden Gesellschaft. Offen und neugierig gehen wir auf andere zu und versuchen sie zu integrieren. Problemen diskutieren wir, um zu einem guten Ergebnis zu kommen. Wenn es sein muss, weichen wir auch Streit nicht aus, setzen aber alles daran, uns wieder zu versöhnen.

 

Wir wollen Spaß haben bei allem, was wir tun, und unsere Lebensfreude mit anderen zu teilen. Zusammen lachen können, mit Freunden etwas erleben, woran man sich noch Jahre später erinnert.

Mit diesen Punkten identifizieren wir uns mit der Pfadfinderei, die für uns etwas ganz Besonderes ist und die aus uns etwas ganz Besonderes macht.

 

* wurde am 23.09.2000 von etwa 210 Pfadfinderinnen und Pfadfinder der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) im Alter von 14 bis 17 Jahren, die als Sprecher/-innen ihrer Gruppen an der bundesweiten Vollversammlung ihrer Altersstufe der DPSG in der Frankfurter Paulskirche teilgenommen haben, aus ihren Vorstellungen vom Pfadfindersein zusammengefasst, beraten, einstimmig beschlossen und mit stehenden Ovationen gefeiert. Dieses Papier spiegelt vor allem die inhaltliche Auseinandersetzung der jugendlichen Pfadfinderinnen und Pfadfinder mit ihrem Leben wider.