Wenn Kleine und Große, Schiffe und Schlangen auf große Fahrt gehen

Erschienen am 9. November 2003 in Berichte

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– oder: das Stammeslager der Pfadfinder aus Leutershausen –

Wann haben Sie denn eigentlich das letzte Mal in der Bibel gelesen? Auch schon etwas länger her?
So oder nicht ganz unähnlich ging es wohl einigen der 47 Pfadfinder aus Leutershausen, die sich für das diesjährige Stammeslager rüsteten. Denn das Motto lautete „Von Großen und Kleinen und Schiffen und Schlangen“. Was das zu bedeuten hatte, sollten wir alle bald erfahren.

Gleich am ersten Morgen ging es, passend zum Thema, richtig los, denn die Kleinsten des Stammes – die Wölflinge – brachten uns die Geschichte von David und Goliath näher. Zunächst konnte jeder seine Stärken und Schwächen bei verschiedenen Geschicklichkeitsspielen ausprobieren und am eigenen Leib erfahren, wie es ist, in der Rolle des Starken oder des Schwachen zu stecken.
Schon kurz danach standen sich die beiden Fronten der Israeliten und Philister gegenüber. Im Rollenspiel erlebten wir die dramatischsten Momente der Auseinandersetzung zwischen David und Goliath.

Zu diesem Zeitpunkt machten wir das erste Mal Bekanntschaft mit Zecken. Diese possierlichen kleinen Blutsauger sorgten im Laufe des Lagers dafür, dass das meistgenutzte Werkzeug nicht das eigene Taschenmesser, sondern die Zeckenzange wurde.

Auch nach dem offiziellen Programm fand sich noch viel Zeit, den strahlenden Sonnenschein bei Volleyball und Musik zu genießen. Trotzdem war am Abend noch genug Energie und Lust für ein spannendes Nachtgeländespiel übrig, das leider in einem sintflutartigen Regenguss endete.

Als hätte Petrus es geahnt, stand der zweite Tag ganz unter dem Jufi- Motto „Arche Noah“.
Auf der Suche nach den verlorengegangenen Tieren der Arche durchstreiften wir den nahe gelegenen Wald. Köpfchen und Einsatz waren gefragt, als es an verschiedenen Stationen galt, Tauben das rettende Ufer erreichen zu lassen, Tiere im tiefen Gras aufzustöbern oder Wasser schnell aus der leckgeschlagenen Arche zu schippen. Selbstgebaute Archen mussten einen Sintflut-Test überstehen und verschiedene Fragen zur biblischen Geschichte wollten beantwortet werden.

Da ward aus Abend und Morgen der dritte Tag. Dieser begann (für einige wohl viel zu früh) mit Frank’s berühmt- berüchtigter Gitarre und einem roten Pferd. Nachdem uns das Vorbereitungsteam mit einer schauspielerischen Glanzleistung zeigte, wie sehr wir uns von Vorurteilen leiten lassen und Schuldzuweisungen aussprechen, widmeten wir uns der Pfadi- Story mit dem Apfel und der Schlange. Da diese auf der Flucht war, waren alle hinter ihr her. Auf einer heißen Jagd mussten wir im selbstgestalteten Blätterkostüm vielfältigen Versuchungen widerstehen, Würfelglück beweisen, Äpfel suchen und zum Schluss die Schlange dingfest machen. Im anschließenden „Gerichtsprozess“ konnte trotz mitreißend vorgetragener Plädoyers die Schuld des Reptils nicht eindeutig geklärt werden.

Mit einer großartigen Interpretation des Agapefestes durch unsere Roverstufe sollte der letzte Abend des Stammeslagers bei Stockbrot und Lagerfeuer ausklingen. So ließen wir uns nicht nur selbstgebackenes Brot und Traubensaft schmecken, sondern auch Spieße, Melonen, Tzatziki, Pepperoni, Kräuterbutter, Oliven, Schafskäse, Trauben, Pistazien, Mandeln, Nüsse, Äpfel, Orangen,… kurzum, alles, was das Paradies zu bieten hat.

Zahlenmäßig klar überlegen kamen wir am Sonntag in den Genuss eines sehr persönlich gestalteten Gottesdienstes in der örtlichen Wehrkirche. Diese durften wir von Kopf bis Fuß erkunden, wobei die Glocken eindeutig den Höhepunkt darstellten.

Nach einer kurzen Stärkung brachten wir das Haus wieder auf Vordermann und machten uns frohgemut auf den Heimweg.
Wann standen Sie denn das letzte Mal am Karlsruher Dreieck im Stau? Auch noch nicht lange her? Wir jedenfalls waren nach 2 Stunden glücklich und erschöpft zurück.
Und wir sahen alles an, was wir gemacht hatten und siehe – wir fanden alles sehr gut.

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