Wölflinge als Jäger und Sammler unterwegs

Erschienen am 28. Februar 2006 in Berichte

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Mit der Spatschluchthütte in Schriesheim als Ziel marschierten wir los. Unsere Truppe bestand aus 20 Wölflingen und 2 Leitern aus Leutershausen, die, wie wir schnell feststellen mussten, leider den direkten Weg zum 1. Kehrrang nicht kannten.
Nach 1 ½ Stunden erreichten wir endlich die Saatschule, wo wir uns erstmal mit Keksen und Äpfeln stärkten, um die zweite Hälfte des Weges anzugehen. Erst nach Einbruch der Dunkelheit sahen wir die Lichter unserer Behausung durch die Bäume schimmern. Dort angekommen wartete Seppl bereits mit einem warmen Tee.
Solange die Kinder versuchten, ihre Betten zu beziehen, bereiteten die Leiter das Steinzeitmahl vor. Mit bloßen Fingern quasi ohne Besteck, versuchten die Kinder Knödel, köstlichen Feldsalat und Geflügelstücke zu essen. Und da es in der Steinzeit keine Teller gab, aßen wir selbstverständlich von Baumstammscheiben. Dies war übrigens die letzte Mahlzeit, die die Wölflinge nicht wie ihre Vorfahren im Wald suchen bzw. erlegen mussten. Nach dem Essen schrumpfte unsere Gruppe leider um 2 Wölflinge.
Die restlichen Kinder fühlten sich nach dem „langen Marsch“ physisch nicht mehr in der Lage, eine Nachtwanderung zu überstehen. Nach vielen gescheiterten Überredungsversuchen machten sich die Kleinen auf den Weg ins Bett. Viele schienen dieses aber bis morgens um 5 nicht gefunden zu haben.
Der Samstagmorgen startete mit einer Runde Frühsport. Danach mussten die hungrigen Wölflinge die Zutaten fürs Frühstück im Wald suchen. Sowohl Kinder als auch Leiter freuten sich über den Besuch von Frank, der den ganzen Tag nicht nur für musikalische Unterhaltung sorgte.
Nach der ungewohnten Kombination aus Körnermüsli und Obst ging es in die Spatschlucht. Dort galt es, Höhlenmalereien zu entziffern. Nach einem Übersetzungsmarathon wussten die Kinder, was sie am Vormittag zu tun hatten: Jagen, Sammeln und für die Gruppe sorgen.
In Kleingruppen zogen sie zu den verschiedenen Stationen im Wald und übten Speerwerfen, Naturkunde und studierten ein Theaterstück für abends ein.
Das Mittagessen musste wieder im Wald gesammelt werden. Neben einem 3 kg Brot stießen die Wölflinge auch noch auf einen Wurst- und Käsebaum. Gut gestärkt starteten wir in die Steinzeit-workshops: Ob beim Pfeil und Bogen bauen, Feuer machen, Steinzeitkette basteln oder beim Damm bauen, alle waren mit Feuereifer dabei.
Genauso eifrig wurden die Vorbereitungen für den Abend getroffen: Holz holen, Teig machen und natürlich Stockbrotstöcke schnitzen. Leider war das Feuer den Kindern zu kalt, und so gab es schließlich Würstchen aus der Pfanne. Mit letzten Kräften aber viel Humor präsentierten die Kinder ihre selbst entworfenen Theaterstücke. Danach durften sie endlich ins Bett, worüber sie sehr froh waren. Sie ahnten ja nicht, was noch passieren sollte… Nach nur einer Stunde wurden sie unsanft aus ihren Träumen gerissen. Alle? Nein. Nicht alle. Ein paar wenige schafften es, den Überfall komplett zu verschlafen. Sogar Paul, der kurzzeitig entführt wurde. Als Lösegeld forderten die Entführer eine Unsumme an Süßigkeiten. Nachdem Paul zurück und die Entführer verschwunden waren, verlief die restliche Nacht ohne weitere Zwischenfälle.
Der Sonntagmorgen startete mit der üblichen Nahrungssuche. Das Frühstück war dieses mal sehr ausgiebig und die Vorkommnisse der letzten Nacht wurden heftig diskutiert.
Weil der Weg zur Kirche zu weit war, feierten wir unseren eigenen kleinen Gottesdienst mit der Geschichte vom kleinen Mammut und vielen schönen Liedern. Danach sollten wir die Hütte in einen ordentlichen Zustand bringen. Mit vereinten Kräften machten wir uns ans Werk und hatten uns anschließend unser Mittagessen redlich verdient.
Bei strahlendem Sonnenschein traten wir den Heimweg an und kamen mit nur 1 ½ Stunden Verspätung in Leutershausen an. Dies lag unter anderem daran, dass die Hälfte der Gruppe der weiblichen Intuition folgte.
Wir können auf ein schönes Steinzeitlager zurück blicken, bei dem wir alle viel Spaß hatten. Außerdem hoffen wir, dass dieses Wochenende dazu beigetragen hat, dass die Kinder sich nun mit Namen ansprechen können.

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