Reduzerix – nur fliegen ist schöner

Erschienen am 20. November 2005 in Berichte

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Stammeslager der Leutershausener Pfadfinder

Am 2. November machten sich etwa 60 Pfadfinder aus Leutershausen auf den Weg ins Unbekannte. Das Ziel der Reise war die Dornburg, ein Jugendhaus in der Nähe von Limburg. Die zwei Häuser sollten für die nächsten fünf Tage während des Stammeslagers ihre Heimat sein.
Nachdem alle ihre Zimmer bezogen hatten, ging es auch schon los in den Wald. Der Tobi-Clan – alias unsere beiden Pfadis – hatten das Reduzerix entführt. Um nicht das ganze Lager ohne unser „Motto“ verbringen zu müssen ging es auf die Jagd, die Tobi-Jagd. In wilder Hatz ging es durch Wald und Feld, über Stock und Stein. Nichts konnte sie aufhalten, nichts außer ein Schlammfeld, das einige der Pfadfinder dingfest machte. Als alle Jufis und Wölflinge gefolgt von Schuhen und Gummistiefeln wieder freigelegt waren, musste noch ein steiler Abgrund überwunden werden und schon ging es zurück zum Haus. Da auch der Tobi-Clan mit dem Schlammfeld zu kämpfen hatte, konnte das Reduzerix entkommen und wir uns dem Abendessen hingeben.
Am nächsten Tag übernahmen die Wölflinge die Federführung. Sie entführten uns zu einer Reise auf der MS Reduzerix. Aber damit die Reise auch für alle entspannend und stilgerecht werden konnte, mussten erst einmal die Rahmenbedingungen dafür geschaffen werden. In verschiedenen Gruppen wurde das Haus in „Schiffform“ gebracht. Eine Dekogruppe brachte Bullaugen an die Fenster und eine Kommandozentrale in einen der oberen Räume unter. Die Restaurantgruppe verwandelte den Saal in eine gastliche Umgebung für das Käpt’ns-Dinner am Mittag und bediente die Kreuzfahrtgäste. Am Nachmittag konnte man sich in der Wellness-Oase verwöhnen lassen. Nach Hand-, Ölmassage und Gurkenmaske ging es raus zum Fitnessbereich oder an die Cocktailbar. Spieldurstige Zocker fanden im Casino ihr Glück oder auch nicht. Hatte man alle Spielchips verloren, konnte man aber immer noch beim Theaterstück „Rotkäppchen und der böse Wolf“ der Animationsgruppe seine gute Laune wiedergewinnen. Und auch das Küchenteam trug zu diesem gelungenen Tag mit Fischstäbchen, Kartoffelbrei und Spinat zum Abendessen bei.
Am nächsten Tag wurde das Staffelholz erneut an eine weitere Stufe übergeben. Auch die Jufis hatten sich so ihre Gedanken gemacht, was es mit einem Reduzerix auf sich haben könnte. Um ihre Variante des Reduzerix zu erkunden, machten sich mehrere Gruppen auf Stationensuche im Wald. An jeder Station konnte ein Hinweis auf den Lösungssatz erhalten und Punkte für den Wettstreit untereinander ergattert werden. So mussten die Gruppen sich in einem Kim-Spiel 20 Gegenstände merken, Fliegennamen den entsprechenden Fotos zusortieren, einen Hindernisparcour bewältigen, beim Memory-Sprint einen klaren Kopf bewahren, beim Spinnennetz Teamgeist beweisen, ihren Speermeister finden, Leitern und Drachen bauen. Nach der eiligen Reise durchs Unterholz ging es zur Rettung ins X, wo schon heißer Tee und Kekse die Waldläufer erwarteten. Nachdem jede Gruppe noch ihr Gedicht vorgetragen hatte ging es an die Siegerehrung. Mit den Medallien geschmückt und einer stolzgeschwellten Brust fand auch dieser Tag einen freudigen Ausklang.
Am Samstag luden uns die Rover dann auf eine Schatzsuche ein. Der Pirat Reduzerix, der früher sein Unheil auf der Lahn trieb, hatte im umliegenden Wald seinen Schatz vergraben. Bei verschiedenen Stationen konnte man Goldtaler erwerben. Dabei musste man den verschiedenen Leidenschaften des Piraten nachgehen und Limbo tanzen, Rätsel lösen, Schiffe bauen, Theater spielen, Schnurbilder legen und Wasser von Bord schöpfen. Nachdem alle Gruppen nahezu gleichzeitig wieder am Haus eingetroffen waren, boten uns Händler Schatzkarten-Teile für die hart erarbeiteten Goldtaler an. Und hier zeigte es sich wieder: Nur gemeinsam sind wir stark! Keine Gruppe konnte allein eine ganze Schatzkarte kaufen, aber gemeinsam war der Schatz schnell ausgemacht und ausgegraben. In der Piratenkiste fanden wir Aufnäher für unsere Kluft, die uns noch lange an dieses Stammeslager erinnern werden.
Aber der Tag war nach dieser erfolgreichen Schatzsuche noch lange nicht zu Ende. Zunächst übertraf sich das Küchenteam noch mal selbst und zauberte uns ein „Fliegermenü“ auf den Tisch mit Fliegenpilzen als Vorspeise, Chickenwings und Pommes als Hauptgang und Fliegerpuddings für den süßen Hunger danach. Und da die Theaterstücke des Nachmittags so gut waren, spielte sie jede Gruppe am Abend noch einmal vor.
Bevor wir uns aber diesem Fest hingeben konnten, gab es auf diesem Stammeslager noch ein absolutes Novum. In diesem Jahr wurde die Übergabe auf dem Stammeslager zelebriert. Bei der Übergabe wechseln immer die ältesten Kinder einer Stufe in die nächst höhere Altersklasse.
Der Abend fand seinen Abschluss in typischer Pfadfinder-Art mit einem großen Lagerfeuer, Stockbrot und Gesang.
Nach einer eher kurzen Nacht ging es am nächsten Morgen dann an den Aufbruch. Zunächst feierten wir aber noch gemeinsam einen Gottesdienst zu dem Thema „Gottesbilder in den großen Weltreligionen“. Auf diesem teilten wir unsere „Reduzerix“-Momente – besondere Erlebnisse des Stammeslagers – miteinander, vergaßen aber auch die nicht, denen es nicht so gut ging, wie uns in dieser Woche.
Danach ging es dann sehr schnell: Putzen, Reflexion und ein kurzer Snack und schon war der Bus für die Rückfahrt da. Bei „Findet Nemo“ wurde die Rückfahrt sehr ruhig und entspannt. Und keine 2 Stunden später waren wir alle wieder am Jugendheim.
Das Fazit dieses Lagers ist für uns ganz klar:

Reduzerix – nur unser STAMMESLAGER ist schöner

 

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